New York einmal anders

Es war einer dieser kalten Winter, der Flug dauerte viel zu lange und es stresste mich, dass ich nicht rauchen konnte. Ich hatte mir schon etliche Dosen von diesem Pina Colada Cocktail geben lassen, es schmeckte süß, fruchtig und der Alkohol war kaum zu merken. Irgendwann bekam ich fürchterliche Kopfschmerzen konnte aber auch nicht schlafen. Neben mir ein junger Deutsch-Amerikaner, der meinte mir seine ganze Lebensgeschichte erzählen zu müssen. Zum Glück gibt es bei den amerikanischen Airlines auf der Toilette immer eine Schale mit Schmerztabletten und da holte ich mir eine ab. Irgendwann bin ich dann wohl doch eingenickt, der Kennedyairport war überfüllt und der Beamte nervte mich, hatte ich doch versehentlich eine Tüte Chips noch in der Hand, die er mir unwirsch abnahm, weil man doch keine Lebensmittel einführen darf. Ich hatte schon gar keine Lust zu dieser Reise gehabt, ich kannte New York und es zog mich nichts dahin. Aber ich musste meinen Onkel besuchen, der hier lebte um familiäre, bürokratische Angelegenheiten zu regeln.



Nachdem ich die Sperre passiert hatte, war weit und breit kein Onkel George zu sehen, es war mitten in der Nacht, ich setzte mich und wartete in einem dieser großen Clubsessel, übermüdet schlief ich irgendwann ein. Am frühen Morgen erwachte ich gerädert und kaufte mir in einem der Flughafen-Restaurants ein Truthahnsandwich, der amerikanische Kaffee war weniger dazu geeignet mich wirklich wach zu kriegen und ich sehnte mich nach meinem gewohnten starken Morgenkaffee. Nach einem weiteren Sandwich, das knatschig und ungesund wirkte, aber oberlecker schmeckte und noch vier Kaffees beschloss ich mir einen Mietwagen zu nehmen. Ich hatte keine Ahnung warum ich nicht abgeholt worden war, telefonisch konnte ich niemand erreichen und vielleicht hatte ich George verpasst.

Mit einem kleinen Toyota gurkte ich zum River Side Drive und hatte mich schon heillos verfahren, ich verlor völlig die Orientierung und konnte die Adresse nicht finden. Ich beschloss zum Flughafen zurückzukehren, den Wagen wieder abzugeben und mir ein Taxi zu nehmen. Auf wen traf ich am Mietwagenstand? Auf Onkel George, es war mein Fehler ich hatte im Telegram eine deutsche Uhrzeit angegeben und in durcheinander gebracht. Egal, in seinem alten klapprigen amerikanischen Straßenkreuzer schaukelte er uns gemütlich zwischen den Hochhauskolossen zu sich nach Hause. Ich wollte mit der U-Bahn zur 42nd Street und technisches Equipment besorgen, vom Mp3-Player, Handy über Digitalkamera hatte ich eine lange Liste, was man sich in der Heimat so wünschte. Nach meinem Einkaufparcours ging ich zum Rockefeller Place und schaute bei einem schönen heißen Kaffee, der immer noch viel zu schwach war, eine Weile den Eisläufern zu. Am nächsten Morgen hatte ich mit meinem Onkel einen Termin in der Citizen Hall, wir mussten ein Dokument beglaubigen lassen. Anschließend lud er mich zum Essen in Chinatown ein, die lernte ich zum ersten Mal kennen und tauchte ein in eine andere Welt in der neuen Welt. Wir aßen etwas undefinierbares, was mein Onkel ganz selbstsicher bestellt hatte, dazu gab es einen schalen, eigenwillig schmeckenden Kräutertee und ich konnte nicht fassen wie wenig wir dafür bezahlten.