Tanzen in New York
Schon mehrmals war ich zum Tanzen in New York. Wer bei früheren Broadwaystars trainieren möchte, bei Ballettlehrern mit Rang und Namen, bei Meistern des Steptanz oder die neuesten Trends im Hip Hop sucht, der ist richtig in dieser pulsierenden Stadt. Die großen Studios verfügen über mindestens 6 Tanzräume, in denen von früh morgens bis spät abends Unterricht in den verschiedensten Bereichen und Niveaustufen abgehalten wird. Manhatten ist nicht New York, doch dort spielt sich für den Tanztouristen alles ab.Das "Broadway Dance Center" ist inzwischen in der 322 West 45th Street. Wenn man Glück hat, kann man bei David Howard Ballett trainieren. Er ist inzwischen ein alter Herr, aber nun mal Legende. Moderne Tänzer lieben Finis Jhung, der in einer ganz eigenen Art Ballett unterrichtet. Im Step ist natürlich Barbara Duffy angesagt, auch wenn man schon vorher weiß, dass man bei ihr den Rythmus wieder vorsingen muss. Bev Brown ist nicht nur eine super Hip Hop-Lehrerin, sie hat auch schon jede Menge tolle Musikvideos choreographiert. Mein New York-Aufenthalt ist schon eine Weile her, deshalb haben inzwischen viele Lehrkräfte gewechselt. Doch die Atmosphäre ist sicher noch dieselbe: professionell und doch locker.
Das zweite große Studio ist das „Steps on Broadway“. Wie der Name sagt liegt es immer noch am Broadway. Im Ballett gefiel mir besonders Robert Atwood, seine Art ist sehr angenehm. Zena Rommett, die Erfinderin der Floor Barre steht immer noch auf dem Stundenplan, doch ob sie in ihrem Alter tatsächlich noch unterrichten kann, wage ich zu bezweifeln. Im Hip Hop kam ich vor allem bei Jay T. ins Schwitzen, beim Steppen beim ehemaligen Tap-Dog-Tänzer Gil Stroming. Bei ihm geht es recht laut und rockig zu, nichts für zartbesaitete. Das „Steps on Broadway“ ist im Vergleich zum „Broadway Dance Center“ etwas klassischer orientiert, hat nicht ganz so viel Hip Hop etc.
Die Niveaustufen in den Tanzstunden sind in New York extrem hoch. Wenn man in Deutschland in Mittelstufenunterricht geht, sollte man sich nur in „Anfänger mit Vorkenntnisse“ wagen. Gewohnt hatte ich im West Side YMCA. Es liegt sehr zentral, direkt beim Central Park 5 W 63rd S, man ist überall schnell zu Fuß und es ist preislich einigermaßen erschwinglich.
Abends waren vor allem Musicals angesagt. Preislich sind die Eintrittskarten eher günstiger als in Deutschland, zudem gibt es Sparmöglichkeiten. Wenn man Glück hat, kann man kurz vor Vorstellungsbeginn einen Stehplatz ergattern, mit noch mehr Glück nachher für das wenige Geld auch noch von der Kartenabreißerin einen Sitzplatz zugewiesen bekommen. Ansonsten gibt es Karten im TKTS am Time Square, doch da braucht man viel Geduld, um anzustehen. Man braucht unbedingt gutes Schuhwerk in Manhatten, da man normalerweise große Strecken zu Fuß zurücklegt. Die U-Bahnen fahren zwar oft, aber jede Fahrt kostet Geld und die Abstände zwischen den Haltestellen sind doch recht lang.
Sehr gut hat mir gefallen, spät abends durch die CD-Läden oder den riesigen Buchladen „Barnes & Nobles“ zu bummeln. Wenn man nachts um elf noch CDs durchhören oder in Büchern blättern kann, in aller Ruhe, das hat schon was. Nicht gefallen hat mir der ständige Lärmpegel. Rund um die Uhr Autolärm und Sirenen, kaum eine Möglichkeit, sich zurückzuziehen, das ist für ein Landei nur mit Oropax zu verkraften. Selbst im Central Park ist es immer laut. Doch im Botanischen Garten kann man etwas Grün und Ruhe finden und den Hasen und Eichhörnchen zusehen. Auch das gibt es in New York.